„Die Stille ordnet, eint und heilt ...“

Willigis Jäger


  

Das Wort „Kontemplation“ kommt aus dem

Lateinischen „contemplari“ heißt „schauen“

 
 
Manchmal wird der Begriff im Sinne von Meditation oder Betrachtung verwendet und meint dann ein
Meditieren über etwas über einen Inhalt, sei es ein Spruch, ein Bild, eine Vorstellung.
Dann wieder dient er zur Bezeichnung einer ungegenständlichen Form des Betens und nur um diese geht es mir hier.
„Kontemplation“ meint kein Meditieren über einen Inhalt, sondern einen Zustand des Erfahrens jenseits der
aktiven Kräfte unseres Tagesbewusstseins. Ziel der Kontemplation ist das Schauen ins eigene Selbst - Schauen des Göttlichen in uns
und in der Schöpfung in Form des Innewerdens oder Erfahrens jenseits unserer intellektuellen Fähigkeiten.
Kontemplation ist ein spiritueller Weg, der in die Erfahrung der Urwirklichkeit führen soll.
Die transzendentalen Erfahrungsräume zählen zur Grundbegabung unserer menschlichen Existenz,
wenn auch viele Menschen davon nichts wissen.“
Willigis Jäger
 
 
 
Die praktische Übung der Kontemplation ist: das „Sitzen in Stille“
Weitere Elemente sind: achtsames Gehen, Gebärden, Tönen und begleitende Einzelgespräche.
Bei der Übung der Kontemplation geht es nicht um sich irgendetwas vorzustellen,
sich irgendwo anders hin zu denken, oder das was ist „anders haben zu wollen“...
Kontemplation ist hell wach da sein, spüren, horchen, lauschen ...
Kontemplation ist ein spiritueller Weg der in den Alltag führt.
Ein Weg nach Innen, ein bei sich ankommen, wach, präsent Da sein, frei von Gedanken,
verweilen im Jetzt.
 
 

Das „Sitzen in Stille“ ist:
die Einübung in eine innere Haltung die uns in die Erfahrung führt,
mit dem Leben, der Essenz, dem Jetzt verbunden zu sein.
Martina
 
 
 
Angebote:
Kontemplation - Einführung in das Sitzen in Stille
 
 
 
Die Erfahrung der Stille


Zu einem Einsiedler kamen eines Tages Menschen.
Sie fragten ihn: „Welchen Sinn siehst du in einem Leben der Stille?“
Er war gerade mit dem Schöpfen von Wasser aus einer Zisterne beschäftigt.
„Schaut in die Zisterne, was seht ihr?“, fragte er sie.
Die Besucher antworteten: „Wir sehen nichts.“
Nach einer Weile forderte der Einsiedler sie wieder auf:
„Schaut in die Zisterne, was seht ihr?“
Sie blickten hinunter und sagten: „Jetzt sehen wir uns selbst.“ Der Einsiedler sprach:
„Als ich vorhin das Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig, und ihr konntet nichts sehen.
Jetzt ist das Wasser ruhig, und ihr erkennt euch selbst.
Das ist die Erfahrung der Stille!“

 
(Verfasser unbekannt)
 
 
 
Sitzen in Stille
wenn wir uns regelmäßig dem „Sitzen in Stille“ zuwenden
uns auf die Stille ein-lassen, Stille zu-lassen,
dann ist das nicht etwas wovor wir flüchten,
sondern wir stellen uns dem was da ist, ohne es zu bewerten.
Etwas in uns ordnet sich, etwas wird klarer und scheint mehr und mehr durch,
das was wir zutiefst sind wird durchlässig und erstrahlt.     
Martina
 
 
 
Es ist ganz einfach:
Du brauchst nur still zu sein,
dein Herz weit öffnen und dann wieder deinen Aufgaben nachgehen …
 
Die Stille ordnet, eint und heilt ...